B10-Ausbau / Mobilitätswende

Das A49-Motto „WALD STATT ASPHALT“ aus dem Danneröder Forst in Hessen gilt mehr denn je auch für den Pfälzerwald, durch den die B10 im 4-spurigen Autobahnformat ausgebaut werden soll. Die völlig veralteten und überholten B10-Ausbauplanungen stammen aus dem letzten Jahrhundert, sind vor dem Hintergrund der Klimakrise nicht mehr zeitgemäß und verschärfen die Situation über Gebühr.

Dies trifft auf alle im aktuellen Bundesverkehrswegeplan 2030 enthaltenen Straßenbauprojekte zu, in einem Moratorium müssen diese Projekte auf den Prüfstand und insbesondre unter Berücksichtigung der Klimaziele neu bewertet werden.

Darüber hinaus ist die Notwendigkeit der Projekte wie auch deren Wirtschaftlichkeit vor dem Hintergrund der in den letzten Jahren extrem gestiegener Baukosten, aber auch der finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise, streng zu hinterfragen.

B10-Ausbau ist ein Frevel an Umwelt und Natur

Der B10-Ausbau mitten durch das grenzüberschreitende Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen, einer weltweit anerkannten Modellregion für nachhaltige Entwicklung, ist ein gigantischer Frevel an Umwelt und Natur, zerstört unseren Wald und unsere Heimat, raubt uns die Lebensqualität und schädigt in hohem Maße das Klima. Das Frachtvolumen der für den Ausbaufall prognostizierten 10.000 Lkw täglich gehört auf die europäische TEN-Achsen und die Bahn und nicht mitten in den Pfälzerwald.

Kein Leben ohne unsere Wälder

Die Wälder sind die grüne Lunge des Planeten, sie binden Kohlendioxid, setzen gleichzeitig lebensnotwendigen Sauerstoff frei und haben dadurch großen Einfluss auf die Atmosphäre und unser Klima. Der Wald ist wichtiger Lebensraum für tausende Pflanzen- und Tierarten und dadurch unersetzlich für den Erhalt der Biodiversität. Gleichzeitig ist der Wald auch wichtiger Wasserspeicher und trägt zur Sicherung der Grundwasservorkommen bei.

Mobilitätswende statt einfach nur neue Straßen

Im Land mit dem dichtesten Straßennetz Europas brauchen wir keine weiteren neuen und zusätzlichen Straßen, sondern eine schnelle Verkehrs- und Mobilitätswende mit vernetzten Mobilitätsangeboten. Wir müssen den Individualverkehr deutlich reduzieren und die öffentlichen Verkehrsmittel und dem Radverkehr zu Lasten des Straßenbaus erheblich stärken.

In unserer Region muss dazu beschleunigt vor allem die Schienenstrecke zwischen Neustadt und Karlsruhe elektrifiziert und zusätzlich der Abschnitt zwischen Winden und Wörth zweigleisig ausgebaut werden. Der ab 2025 kommende batterie-elektrische Betrieb auf dieser Strecke kann aufgrund seiner ungünstigen Wirtschaftlichkeit nur ein Zwischenschritt darstellen.

Die Attraktivität der Queichtalbahn zwischen den Mittelzentren Landau und Pirmasens muss durch die Einführung einer Regionalexpresslinie sowie der Taktverdichtung auf einen echten Halbstundentakt deutlich gesteigert werden. Auch auf dieser Strecke ist der ursprüngliche zweigleisige Ausbaustandard wiederherzustellen und vor allem auch die Elektrifizierung mittels Oberleitung als Endziel festzuschreiben.
Hinsichtlich der Elektrifizierung gilt dies auch für die beiden anderen südpfälzischen Bahnstrecken jeweils von Winden aus nach Bad Bergzabern sowie auch ins französische Wissembourg.

Bessere Anbindungen der Verkehrsmittel

Die Anbindung des Umlandes an die Bahnlinien per Bus, Rufbus oder Ruftaxi ist zu verbessern und eng mit der Schienentaktung zu verzahnen, so dass jeder Bürger seinen Wohnort auch abseits der Schienenstrecke vom frühen Morgen bis in die späte Nacht sicher und problemlos erreichen kann.
Spezielle Carsharing-Modelle für das flachen Land und vernetzte Mobilitätsangebote sollten die Fortbewegungsmöglichkeiten der Bürger ergänzen.

Radwegenetz für alle

Darüber hinaus ist die Region mit einem flächendeckenden Netzt von alltagstauglichen Radwegen zu überziehen, damit das Fahrrad auch als Fortbewegungsmittel für Pendler und Schüler interessant und brauchbar wird und dadurch eine zusätzliche Mobilitätsalternative darstellen kann.